Warum ist die Banane krumm?
Stand: 4. Oktober 2026 · Fehler entdeckt? Hinweis senden
Die kurze Antwort: Weil sie sich nach oben streckt. Die lange ist noch besser, denn sie räumt nebenbei mit einem hartnäckigen EU-Mythos auf.
Erst nach unten, dann nach oben
An der Bananenpflanze hängt ein schwerer Blütenstand nach unten. Die jungen Früchte zeigen deshalb zuerst Richtung Boden. Beim Wachsen biegen sie sich dann wieder nach oben, gegen die Schwerkraft. Botaniker nennen das negativen Gravitropismus. Auch das Licht spielt mit: Die Früchte wachsen ihm entgegen. So entsteht der typische Bogen.
Wie Pflanzen „oben“ und „unten“ erkennen, ist erstaunlich: Kleine Stärkekörnchen in den Zellen sinken nach unten und zeigen die Richtung der Schwerkraft an. Das Wachstumshormon Auxin sammelt sich dann an der Unterseite, diese Seite wächst stärker, und der Pflanzenteil biegt sich nach oben.
Die Banane ist eine Beere
Botanisch gehört die Banane zu den Beeren, also zu Früchten, die aus einem einzigen Fruchtknoten entstehen. Und die Bananenpflanze ist kein Baum, sondern ein Kraut, laut Planet Wissen sogar das größte Kraut der Welt. Ihr „Stamm“ ist ein Scheinstamm aus eingerollten Blattscheiden. Wildbananen stecken übrigens voller harter Samen. Unsere Supermarktbananen bilden ihre Früchte ohne Befruchtung und sind deshalb kernlos.
Hat die EU krumme Bananen verboten?
Nein. Die berühmte Verordnung 2257/94 verlangte nur, dass Bananen frei von Missbildungen und „anomaler Krümmung“ sind. Ein Krümmungsmaß in Zahlen gab es nicht. Feste Zahlen galten nur für Länge und Dicke: mindestens 14 Zentimeter lang und 27 Millimeter dick.
Die echte Krümmungsregel galt für Gurken: höchstens 10 Millimeter Krümmung auf 10 Zentimeter Länge. Sie wurde 2009 abgeschafft.
Quellen: Wikipedia: Bananen, Quarks, Planet Wissen, Pflanzenforschung.de, VO 2257/94, Open Science
Aus der Reihe „Warum eigentlich?“: Alltagsrätsel, kurz und belegt erklärt. Recherche und Text mit KI-Unterstützung, jede Aussage mit Quelle. Stimme und Zeichnungen im Video sind KI-erstellt. Fehler entdeckt? redaktion@erftstadt.today
