Warum gibt es nur zwei große Flugzeughersteller?
Stand: 4. Oktober 2026 · Fehler entdeckt? Hinweis senden
Egal ob Urlaubsflieger oder Langstrecke: Fast jeder große Passagierjet kommt von Airbus oder Boeing. Dass es nur zwei sind, hat einen einfachen Grund. Ein neues Flugzeug kann ein Milliardengrab sein.
Erst Milliarden, dann sehr lange nichts
Ein neues Großraumflugzeug zu entwickeln kostet zweistellige Milliardenbeträge. Für die Boeing 787 werden rund 30 Milliarden US-Dollar geschätzt, für den Airbus A350 rund 15 Milliarden. Zurück kommt das Geld erst, wenn Hunderte Maschinen verkauft sind, und das dauert Jahre.
Wer nicht genug verkauft, verschwindet
Lockheed hätte von seiner L-1011 TriStar rund 500 Exemplare verkaufen müssen, um auf null zu kommen. Es wurden nur 250, danach stieg Lockheed ganz aus dem Bau von Passagierjets aus. Fokker ging 1996 pleite, McDonnell Douglas ging 1997 für 13 Milliarden Dollar in Boeing auf. Und Bombardiers CSeries? Die Entwicklung kostete 5,4 Milliarden Dollar, nach einem Handelsstreit übernahm Airbus 2017 die Mehrheit. Heute heißt das Flugzeug Airbus A220.
Airbus: Europas Antwort
Airbus wurde am 18. Dezember 1970 als europäisches Konsortium gegründet, zuerst von Frankreich und Deutschland, später kamen Spanien und Großbritannien dazu. 2025 lieferte Airbus 793 Verkehrsflugzeuge aus, Boeing 600.
Selbst die Großen verlieren Geld
Der Riesenjet A380 hat sich nie gerechnet. Selbst der Listenpreis deckte kaum die Baukosten. 2019 kündigte Airbus das Ende an, am 16. Dezember 2021 ging die letzte von 254 Maschinen an Emirates.
Und China?
Der chinesische Hersteller COMAC will mit der C919 in den Markt. 2025 lieferte COMAC aber nur rund 13 Maschinen aus und verfehlte das eigene Ziel deutlich. Dazu kommt eine Abhängigkeit: Die Triebwerke kommen von CFM, einem Gemeinschaftsunternehmen von GE und Safran, also aus dem Westen.
Quellen: InsideFlyer, Wikipedia: TriStar, Wikipedia: Fokker, Wikipedia: McDonnell Douglas, Wikipedia: A220, Wikipedia: A380, Airbus 2025, Manufacturing Dive, AirData News
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