Warum gibt es die Zeitumstellung?
Stand: 4. Oktober 2026 · Fehler entdeckt? Hinweis senden
In der Nacht zum 25. Oktober 2026 springen die Uhren um 3 Uhr zurück auf 2 Uhr. Dabei hat das Europaparlament die Abschaffung schon 2019 gefordert.
Licht sparen im Krieg
Die Idee stammt aus dem Ersten Weltkrieg. Am 30. April 1916 gab es in Deutschland die erste Sommerzeit. Sie sollte abends Energie fürs Licht einsparen. Von 1950 bis 1979 gab es sie hierzulande gar nicht.
1980 kam sie zurück
1980 wurde die Sommerzeit wieder eingeführt, in West- und Ostdeutschland gleichzeitig. Nach der Ölkrise hatten Nachbarländer sie bereits, und Berlin sollte nicht zwei verschiedene Uhrzeiten haben. Diese Gründe nennt die Wikipedia, die Deutsche Handwerks Zeitung verweist ebenfalls auf die Ölkrise. Seit 1996 gilt in der EU ein einheitlicher Rhythmus: Beginn am letzten Märzsonntag, Ende am letzten Oktobersonntag.
Der Spareffekt ist allerdings bescheiden. Eine Studie des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Bundestag bezifferte ihn 2016 auf 0,21 Prozent des Jahresstromverbrauchs, schreibt die Deutsche Handwerks Zeitung. Im Frühjahr und Herbst wird dafür mehr geheizt.
84 Prozent wollten Schluss machen
2018 startete die EU-Kommission eine Umfrage, die vom 4. Juli bis zum 16. August lief. 4,6 Millionen Menschen antworteten, es war die größte öffentliche Konsultation, die die Kommission bis dahin durchgeführt hatte. Aus Deutschland beteiligten sich 3,79 Prozent der Bevölkerung, der höchste Wert in der EU. 84 Prozent sprachen sich für die Abschaffung aus. Als Gründe wurden unter anderem gesundheitliche Beschwerden, mehr Unfälle im Straßenverkehr und geringe Energieeinsparungen genannt.
Zuvor hatte das Parlament im Februar 2018 die Kommission gebeten, die Sommerzeitrichtlinie zu prüfen. Im September 2018 schlug die Kommission dann vor, die Umstellung zu beenden. Im März 2019 votierte das Europaparlament mit 410 zu 192 Stimmen dafür. Die letzte Umstellung sollte 2021 stattfinden.
Warum die Uhr trotzdem weiterläuft
Seitdem liegt der Ball bei den Mitgliedstaaten. Im Rat der EU gibt es bis heute keine gemeinsame Position. Jedes Land soll selbst entscheiden, ob es dauerhaft Sommer- oder Winterzeit will, wenn auch in abgestimmter Weise. Das Parlament betont, dass sich die Länder abstimmen müssen, damit der Binnenmarkt nicht gestört wird. Solange der Rat nicht entschieden hat, gilt die alte Richtlinie weiter. Die Bundesregierung hat sich nicht festgelegt, will aber mit den Nachbarländern in derselben Zeitzone bleiben. Wie heikel die Wahl ist, zeigt ein Beispiel: Bei dauerhafter Sommerzeit ginge die Sonne in Aachen am 21. Dezember erst um 9.35 Uhr auf. Nach der Rückstellung im Oktober beginnt die Sommerzeit am 28. März 2027 erneut.
Quellen: Wikipedia, Sommerzeit in Deutschland, EU-Kommission, Konsultation 2018, EU-Kommission, Zeitumstellung, Europäisches Parlament, 2019, Deutsche Handwerks Zeitung, Zeitumstellung 2026
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