Schlagen, werfen, am Boden bestehen: Ju-Jutsu in Erftstadt hat viele Gesichter
Stand: 17. Mai 2026 · Fehler entdeckt? Hinweis senden
Kampfsport hat in Erftstadt eine aktive Gemeinschaft — aber kaum öffentliche Sichtbarkeit. Die vollen Kindergruppen zeigen: Der Bedarf ist da, der Verein wächst. Das verdient Aufmerksamkeit.
Wer denkt, Kampfsport sei etwas für junge Männer mit Ehrgeiz, hat Ju-Jutsu noch nicht erlebt. In der Carl-Schurz-Halle in Erftstadt, Poststraße 1, trainieren Kinder ab sieben Jahren gemeinsam mit Jugendlichen und Erwachsenen — unter Trainern, die zusammen auf Jahrzehnte Erfahrung kommen.
Die Abteilung gehört zur SG Erftstadt und ist unter jujutsu-erftstadt.de zu finden. Was dort auf der Website steht, klingt nach Sport, ist aber eher ein Lebenskonzept: Ju-Jutsu verbindet Schlagen, Werfen und Bodenkampf zu einem System, das auf jede Situation vorbereiten soll. Kein spezialisierter Einzel-Sport, sondern ein 360-Grad-Ansatz.
Das Training ist nach Altersgruppen aufgeteilt. Für Kinder zwischen sieben und neun Jahren gibt es Gruppen am Mittwoch und Donnerstag — beide sind bereits voll. Auch die Gruppe für Zehn- bis Zwölfjährige hat keinen freien Platz mehr. Das spricht für sich: Wer Kinder in diesen Sport bringen möchte, sollte sich früh melden.
Für Jugendliche ab zwölf und Erwachsene ab sechzehn gibt es noch Kapazitäten. Die Erwachsenen trainieren montags und mittwochs jeweils ab 20 Uhr, donnerstags gibt es ein gesondertes Prüfungstraining. Jeder Trainer bringt seine eigenen Stärken mit — vom technischen Feinschliff bis zur Wettkampferfahrung.
Das Probetraining ist kostenlos und unverbindlich. Wer Interesse hat, schreibt eine E-Mail an jujutsu-erftstadt@gmx.de mit Name, Alter und Wunschtermin.
Ju-Jutsu ist kein Sport, der verschleißt — das betonen die Erftstädter ausdrücklich. Die Technik ersetzt rohe Kraft, Hebelwirkung und Körpergefühl ersetzen Muskelkraft. Deshalb funktioniert es in jedem Alter. Und deshalb stehen in Erftstadt Sieben- und Sechzigjährige auf derselben Matte.
Das grosse Bild
Ju-Jutsu ist eine der wenigen Sportarten, die Kinder, Jugendliche und Senioren gleichzeitig ansprechen. In Zeiten steigender Vereinsmüdigkeit sind solche generationenübergreifenden Angebote besonders wertvoll für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

