Rentenchaos in der Bundesregierung: FDP drängt auf Abschaffung der Rente mit 63
Die Rente mit 63 kostet 13 Milliarden Euro pro Jahr — und die FDP fordert ihr Ende.
Die Bundesregierung steckt in einer Rentenkrise. Eine von ihr eingesetzte Kommission hatte 33 Reformbausteine vorgelegt — darunter die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Doch statt das Paket umzusetzen, streiten Union und SPD über Details. Die FDP geht nun auf Konfrontationskurs.
Was fordert die FDP?
FDP-Generalsekretär Martin Hagen wirft der schwarz-roten Koalition »Rentenchaos« vor. »Schwarz-Rot hat weder die Kraft, die Vorschläge der Rentenkommission eins zu eins umzusetzen, noch das politische Vermögen, sinnvolle Alternativen zu entwickeln«, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Die Rente mit 63 müsse abgeschafft werden — sie koste den Steuerzahler jährlich rund 13 Milliarden Euro.
Widerstand aus dem Osten
Gegen die Abschaffung wehren sich die Regierungschefs aller fünf ostdeutschen Bundesländer. Auch innerhalb der CDU gibt es Widerstand aus dem Arbeitnehmerflügel. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) bestehen darauf, dass das Gesamtpaket schnell umgesetzt wird. Doch Unionsfraktionschef Thorsten Frei will die Debatte mit einem Machtwort beenden: Verhandlungsspielraum sehe er bei der Frühverrentung »wirklich nicht«.
Warum die Rente mit 63 umstritten ist
Die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren wurde 2014 unter Bundeskanzlerin Merkel eingeführt. Wer mindestens 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat, kann ohne Abschläge früher in Rente gehen. Kritiker argumentieren, das System sei unfinanzierbar — vor allem, da die Babyboomer-Generation in Rente geht und weniger Beitragszahler nachkommen. Befürworter betonen, dass es Menschen in körperlich harten Berufen zugutekommt, die oft nicht bis 67 arbeiten können.
Was bedeutet das für Erftstadt?
Die Rentenpolitik betrifft auch die Bürger im Rhein-Erft-Kreis. Viele Erftstädter arbeiten in der Industrie oder im Handwerk — Berufe, in denen 45 Beitragsjahre keine Seltenheit sind. Eine Abschaffung würde bedeuten, dass sie entweder länger arbeiten oder Abschläge in Kauf nehmen müssen. Die Debatte ist daher nicht nur in Berlin, sondern auch vor Ort von Bedeutung.
