Ohne Klimaanlage in die Hitzewelle: Dortmunder U-Bahnen sparen Strom — und verärgern Fahrgäste
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WirtschaftDienstag, 04. August 2026Quelle: Spiegel / WDR

Ohne Klimaanlage in die Hitzewelle: Dortmunder U-Bahnen sparen Strom — und verärgern Fahrgäste

Dortmund bestellt neue U-Bahnen ohne Klimaanlage — um 70 Millionen Euro zu sparen.

In Dortmund rollen neue U-Bahnen — ohne Klimaanlage. Die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) haben bewusst auf die Klimatisierung verzichtet, um Strom und Geld zu sparen. 70 Millionen Euro hätte die Ausstattung mit Klimaanlagen gekostet. Geld, das lieber in zusätzliche Fahrzeuge investiert wurde. In der aktuellen Hitzewelle stößt die Entscheidung bei Fahrgästen auf Kritik.

Warum keine Klimaanlage?

Der zuständige Betriebsleiter begründete die Entscheidung gegenüber dem WDR: Ohne Klimaanlagen ließen sich rund sieben Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr einsparen — so viel wie über 2000 durchschnittliche Haushalte verbrauchen. Das Geld für die Klimaanlagen fließe stattdessen in neue Bahnen. Der Betriebsleiter räumte ein, dass es an warmen Tagen eine »Komforteinbuße« gebe. Doch die meisten Fahrgäste seien nur wenige Haltestellen unterwegs.

Fahrgäste unzufrieden

Die Entscheidung fällt gerade in der Hitzewelle auf Kritik. Eine Fahrgästing sagte dem WDR: »Für alles ist Geld da, nur für sowas wieder nicht. Das finde ich nicht in Ordnung.« Ein anderer sprach von einer »Hitzewand«, auf die man stoße, wenn man aus der kühlen unterirdischen Haltestelle in die Bahn steige. Die Temperaturen in den Wagen können an heißen Tagen über 35 Grad steigen.

Nicht nur Dortmund

Dortmund ist nicht die einzige Stadt, die auf Klimaanlagen im Nahverkehr verzichtet. Auch Berlin hat neue U-Bahnen ohne Klimatisierung bestellt. Dort wurde argumentiert, dass die Geräte auf dem Dach zu viel Platz einnehmen und die Bahnen nicht durch alle Tunnel passen würden. Angesichts häufigerer und längerer Hitzewellen wächst jedoch der Druck, die Standards zu überdenken.

Was das für den Nahverkehr im Rhein-Erft-Kreis bedeutet

Die Debatte betrifft auch Pendler aus Erftstadt, die mit dem ÖPNV nach Köln oder Bonn fahren. Die Kölner Stadtbahn hat ähnliche Probleme. Angesichts des Klimawandels und häufigerer Hitzewellen wird die Frage, ob Klimaanlagen im Nahverkehr Standard sein sollten, auch hier immer drängender.

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