Mehr als Bier und Blasmusik: Was Schützensport wirklich bedeutet
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Vor OrtQuelle: schuetzen-liblar.de / Deutscher Schützenbund (dsb.de)

Mehr als Bier und Blasmusik: Was Schützensport wirklich bedeutet

Stand: 22. Mai 2026 · Fehler entdeckt? Hinweis senden

Ab morgen startet in Liblar das Bezirks-Schützenfest — drei Tage Tradition, Festzug und Sport. Und der Sport dahinter ist olympisch.

Ab morgen, Samstag dem 23. Mai, wird Liblar für drei Tage zum Mittelpunkt des Erftstädter Schützenwesens. Die St. Sebastianus Schützenbruderschaft 1736 e.V. richtet das Bezirks-Schützenfest aus — und feiert dabei gleichzeitig ihr 290-jähriges Bestehen. Doch hinter Festzug und Blasmusik steckt ein Sport, der anspruchsvoller ist als viele denken.

Was beim Königsvogelschießen zählt

Der sportliche Kern eines Schützenfestes ist das Vogelschießen. Ein hölzerner Vogel hängt auf einer hohen Stange über dem Schießstand. Die Schützen treten nacheinander an und schießen auf die einzelnen Teile — zuerst Flügel und Schwanz, zuletzt der Rumpf. Wer das letzte Stück trifft, wird König. Klingt einfach, ist es nicht: Konzentration, Nerven und präzise Schießtechnik entscheiden.

Den Abschluss bildet am Pfingstmontag, dem 25. Mai, das Prinzen-, Bürger- und Königsvogelschießen auf dem Schützenplatz in Liblar — dort werden die neuen Majestäten ermittelt. Die amtierende Bezirkskönigin Angelika Altenkirch übergibt dann ihr Amt.

Der Sport dahinter ist olympisch

Was viele nicht wissen: Schießsport gehört zum olympischen Programm. Der Deutsche Schützenbund führt olympische Disziplinen in Flinte, Gewehr und Pistole — und rund 80 Prozent aller DSB-Mitglieder kommen aus dem Schießsport. Es ist einer der mitgliederstärksten Sportbereiche in Deutschland.

Die wichtigste Grundlage: maximale Präzision bei minimalem Körpereinsatz. Beim Luftgewehr schießen Athleten stehend, ohne Auflage, auf 10 Meter Entfernung. Die Zehn — die höchste Ringzahl — entspricht einem Trefferpunkt von gerade einmal 0,5 Millimetern Durchmesser. Das erfordert ein hohes Maß an Konzentration und Körperbeherrschung, wie der DSB auf seiner offiziellen Website beschreibt.

Körper als Instrument

Was Schießsport von vielen anderen Sportarten unterscheidet: Der Körper muss so ruhig wie möglich sein. Jede Muskelbewegung, jede Atemschwankung überträgt sich auf die Waffe. Deswegen trainieren Leistungsschützen auch Ausdauer, Kraft und Koordination — nicht um schneller zu werden, sondern um ruhiger zu werden. Der DSB führt eigene Anti-Doping-Regularien für den Wettkampfsport.

290 Jahre Tradition in Liblar

Die Schützenbruderschaft wurde 1736 gegründet — also vor fast drei Jahrhunderten. Dass sie heute noch aktive Wettkämpfe ausrichtet, Jugendarbeit macht und den gesamten Bezirk Erftstadt zum Pfingsttreffen einlädt, ist keine Selbstverständlichkeit.

Das Programm startet morgen Abend mit dem Abholen der Majestäten, einem Festzug zum Viry-Châtillon-Platz und der Standartenübergabe, gefolgt vom Großen Zapfenstreich und der Eröffnung in der Aula. Am Pfingstsonntag folgen Festzug und Platzkonzert, am Pfingstmontag Gedenken, Feldgottesdienst, Frühschoppen — und schließlich die Krönung der neuen Majestäten.

Wer dabei sein möchte: Schützenplatz Liblar, Erftstadt. Das Fest läuft von Samstag, 23. Mai bis Montag, 25. Mai 2026.

Das grosse Bild

Schießsport ist einer der mitgliederstärksten Sportbereiche in Deutschland und gehört zum olympischen Programm. Viele kennen nur das Volksfest, nicht den Sport dahinter.

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