Blessem blüht wieder auf: Fünf Jahre nach der Flut
Stand: 27. Juli 2026 · Fehler entdeckt? Hinweis senden
Fünf Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe im Juli 2021 zeigt sich in Erftstadt-Blessem ein gemischtes Bild aus Wiederaufbau, hartnäckiger Arbeit und tiefgreifenden Erinnerungen. Der WDR berichtete am 14. Juli 2026 im Rahmen der bundesweiten Gedenkberichterstattung über die Lage vor Ort.
Der Stand der Kiesgrube
Der Krater, der 2021 durch das abfließende Wasser in der Kiesgrube Blessem entstand, ist zu etwa zwei Dritteln verfüllt. Rund 30.000 Lkw-Ladungen Erde wurden bis dorthin transportiert. Langfristig ist geplant, das Gebiet als Auen- und Überflutungsland für die Erft zu gestalten — eine Maßnahme, die gleichzeitig Hochwasserschutz und Naturschutz dient.
Häuser und Menschen
Viele zerstörte Häuser im Ort sind inzwischen wiederhergestellt. Bei einigen Eigentümern laufen noch letzte Renovierungsarbeiten, aber das Straßenbild hat sich normalisiert. Ein sichtbares Zeichen des Neuanfangs ist ein neuer Weinberg, der direkt am Rand des einstigen Schreckensortes entstanden ist — symbolisch und zugleich ein Zeichen dafür, dass das Leben weitergeht.
Was der Staat sagt
Rheinland-pfalzischer Ministerpräsident Schnieder bat beim Gedenken im Ahrtal um Entschuldigung für das Staatsversagen in der Flutnacht. Auch Bundespräsident Steinmeier forderte vom Bund mehr Einsatz. Die zentrale Frage fünf Jahre danach: Hat Deutschland aus der Katastrophe gelernt? Hydrologen wie Thomas Roggenkamp von der Uni Bonn warnen, dass bei extremen Lagen noch immer Erfahrung fehle.
Hochwasserschutz in Erftstadt
Erftstadt hat Konsequenzen gezogen. Retentionsräume werden ausgewiesen, die Erft wird renaturiert, die Gymnicher Mühle als Hochwasserrückhaltebereich gestärkt. Lesen Sie dazu auch unseren ausführlichen Artikel 5 Jahre nach der Flut: Wie Erftstadt heute vor Hochwasser geschützt wird.

